Sensitive Wachstumsgrammatiken: Erweiterte L-Systeme zur Modellierung des Wachstums und der Interaktion von Pflanzen
Vorträge
Sensitive Wachstumsgrammatiken: Erweiterte L-Systeme zur Modellierung
des Wachstums und der Interaktion von Pflanzen
Dr. Winfried Kurth
Institut für Forstliche Biometrie und Informatik
- Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie -
Georg-August-Universität Göttingen
Der Botaniker Aristid Lindenmayer hat die nach ihm benannten L-Systeme 1968 eingeführt, um die morphologische Entwicklung einfacher, fadenförmiger Algen zu beschreiben. Wenn man die von diesen Grammatiken erzeugten Zeichenketten mit einer turtle geometry - Interpretation versieht, lässt sich auch die dreidimensionale Architekturentwicklung höherer Pflanzen mit ihnen repräsentieren. Verschiedene Erweiterungen des Formalismus wurden eingeführt, um L-Systeme zu einer praxistauglichen high level - Sprache für Pflanzenmodelle in Botanik, Agronomie, Waldökosystemforschung und Landschaftsvisualisierung zu machen: Kontextsensitivität, globale Sensitivität, Interpretationsregeln, flexible Zeitsteuerung, lokale Variablen, arithmetisch-strukturelle Operatoren, Schnittstellen zu prozessorientierten Simulationsmodellen. Neuere Ansätze zielen darauf ab, L-Systeme zu einer universellen Sprache zur Beschreibung des Pflanzenwachstums unter Einbeziehung physiologischer und genetischer Regelungsmechanismen zu erweitern. Kombinationen des durch die L-Systeme repräsentierten Fallregelparadigmas mit objektorientierten, prozeduralen und funktionalen Konzepten spielen hierbei eine Rolle. - Der Autor stellt u.a. Beispiele aus seiner eigenen anwendungsorientierten Arbeit mit erweiterten L-Systemen zur Modellierung von Morphologie, Wachstum und Konkurrenzbeziehungen von Bäumen am "Forschungszentrum Waldökosysteme" der Universität Göttingen vor.
Zeit: Mittwoch, den 18. Juli 2001, 15 Uhr c.t.
Ort:
Institut für Neuro- und Bioinformatik
TZL, Seelandstr. 1a, Geb. 4
Seminarraum S OG.2

