Die Komplexität der Genotyp-Phänotyp- Abbildung als Kompromiß zwischen kurz- und langfristiger Anpassungsfähigkeit
Vorträge
Die Komplexität der Genotyp-Phänotyp-
Abbildung als Kompromiß
zwischen kurz- und langfristiger Anpassungsfähigkeit
Dr. Dirk Repsilber
Bundesanstalt für Forst- und Holzwirtschaft
Hamburg
Die Genotyp-Phänotyp-Abbildung ordnet jedem Paar [Genotyp,Umwelt] einen Phänotyp zu. Sie kann mit Hilfe genetischer Netzwerke modelliert werden. Ein wesentlicher Architekturparameter ist dabei die Anzahl der Knoten, die am Netzwerk teilnehmen. Durch die Anwendung eines evolutionären Algorithmus auf Populationen mit variierenden Genotyp-Phänotyp-Abbildungen kann gezeigt werden, daß bezüglich des Architekturparameters der Knotenzahl für die beteiligten genetischen Netzwerke ein Kompromiß gefunden wird: Eine große Anzahl wiederkehrender Umweltänderungen kann gut von großen Netzwerken geregelt werden, allerdings erst nach langen Zeiten evolutiver Anpassung (durch Mutation und Selektion). Kleine Netzwerke dagegen evolvieren schneller aber haben eine geringere Kapazität. Formuliert als Hypothese aus der Genetik: Epistatische Wechselwirkungen verschiedenen Ausmaßes könnten eine Antwort sein auf den Selektionsdruck unterschiedlicher Umweltheterogenitäten.
Zeit: Donnerstag, den 11. Mai 2000, 15 Uhr c.t.
Ort:
Institut für Neuro- und Bioinformatik
TZL, Seelandstr. 1a, Geb. 4
Seminarraum S OG.2

